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von Heiner Müller (1929-1995)
Mit
Justus von Dohnanyi, Hannes Hellmann, Charlotte Schwab, Alexandra Henkel,
Victoria Trauttmansdorff, Marc Letzig, Dirk Ossig, Ole Schlosshauer, Lazare
Kore, Thorsten Sievert, u. a. >> Erdoğan Atalay in diversen
Rollen, z.B. "Hitler" und "Schneesoldat"
|
Aufführung im Thalia Theater am
15./29.01./03./05./07.01.1995 (damals "TiK") Regie: Sven-Erich Bechtolf Bühne: Rolf Glittenberg Kostüme: Veronika Dorn Musik: Stefan Kurt Das Stück beinhaltet fünf Szenen
sogenannte Situationsskizzen aus der Zeit von 1933 bis 1945, also dem Zweiten
Weltkrieg. |
Inhalt /
Szenen in Kurzform:
"Die Nacht der langen Messer":
... ein Arbeiter tötet nach dem Reichstagsbrand den eigenen Bruder, weil er unter der Folter zum Gehilfen der SA umfunktioniert wurde ...
"Ich hatt einen Kameraden":
... drei in der Schneewüste verirrte Landser töten den vierten, schwächsten Kameraden, um zu überleben ...
Kleinbürgerhochzeit:
... ein Familienvater bringt Frau und Tochter um; lautete doch der Führerbefehl, dass niemand die deutsche Schande überleben soll. Doch dann beschließt er, selbst weiterzuleben, denn es gilt auch "Der Starke ist am mächtigsten alleine".
Fleischer und Frau:
... ein Fleischer, der einen gefangenen amerikanischen Soldaten niedergemetzelt hat, geht aus Angst ins Wasser, als der Krieg zu Ende ist. Seine Frau (Charlotte Schwab) will ihn erst retten, doch nach allen Überlegungen drückt sie ihren Mann unter Wasser, um doch lieber als Witwe weiterzuleben ...
Das Laken:
... einige Berliner haben sich vor den Straßenkämpfen 1945 in einen Keller verkrochen. Als die SS kommt, um die Verräter zu töten, liefert man einen Soldaten aus, um die eigene Haut zu retten. Wenig später erscheinen die Russen und verteilen Brot, doch ein neuer Kampf entbrennt unter den Verrätern: der um die Nahrung und damit ums Überleben ...
Was Heiner
Müller, Verfasser mehrerer Bücher, aufzeigen wollte, war, wie Menschen unter
dem Druck von Krieg und faschistischem Terror reagieren, zu Bestien werden ...
einprägsam dargestellt in Zweier- und Dreigesprächen.
(UA des
Stückes war am 30.10.1975 in Berlin Ost)
(Quelle:
"Schauspielführer der Gegenwart" von Siegfried Kienzle, Rechte am
Text: Verlag der Autoren)
* * *
Auszüge aus Kritiken in Zeitungen:
(Alle Rechte
bei den Autoren & Verlagen):
"Sven
Eric Bechtolf hat versucht, Heiner Müllers nüchterne, spröde Sprache mit zahlreichen
Einfällen zu gestalten - die deutsche Geschichte auch mit grotesken Mitteln zu
erzählen. Er hat dabei auch optisch und akustisch ein bedrohliches
Gruselkabinett vorgeführt. Man ist am Ende froh, dieser "Schlacht"
entkommen zu sein. Aber: wirkliche Betroffenheit über die Figuren und ihre
Situation konnte sich nicht immer einstellen, weil Müllers hölzerne Poesie das
auch aufgrund ihrer Kürze kaum zulässt ..." (Fredie Böhm in "OK
Pur" am 26.01.1995)
"Im TiK gab Sven-Erich Bechtolf seine Regie-Debüt.
Der Thalia-Schauspieler inszenierte Heiner Müllers Szenenfolge "Die
Schlacht". "Spannend", meint Hannes Hellmann, der mehrere Rollen
spielt, "weil sich die Szenen mit dem Verhalten der Deutschen
untereinander während der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen." (aus
"Kulturring" Nr. 7/1995)
"Charlotte Schwab spielt die Frau - die
Schauspielerin agiert in der Brechtschen Manier, episch, mit Distanz zu ihrer
Figur und beschreibt, was in der Fleischersfrau vorgeht. Die Sätze hören sich
an wie in Stein gehauen. ..." (Ulrich Fischer in "Südkurier" am
30.01.1995)
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Alle Rechte für die Kritiken/Texte liegen bei den
jeweiligen Autoren und Verlagen. Zur Verfügung gestellt wurden diese vom
Thalia Theater Hamburg. Die Rechte an den Fotos von "Die Schlacht"
liegen ausschließlich bei Fotographin Marlies Henke, Veröffentlichung
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Update: Juni 2005
Recherchen & Zusammenstellung: Webmasterin Barbara F.